Ganz am Ende von Sao Lourenco steht ein Leuchtturm

Erwartungen – Was sie sind und wie wir mit ihnen umgehen sollten

Diese Woche geht’s bei meinen 5 Dingen um den den Umgang mit Erwartungen an uns selbst und an andere, was Erwartungen sind und wie wir sie, wenn es nötig ist, loswerden könnten.

Immer freitags halte ich fest, was mich in der vergangenen Woche begleitet, beschäftigt und zum Nachdenken angeregt hat. Willst du dieses mal mitmachen? Dann lade ich dich ein, dir folgende Fragen zu stellen:

  • Was hat dich diese Woche inspiriert?
  • Welche Musik hat dich bewegt?
  • Welche neuen Erkenntnisse hast du gewonnen?
  • Welche Fragen hast du dir gestellt?
  • Was wolltest du dir unbedingt merken?

Ich freue mich wenn du deine Antworten, Ideen und Anmerkungen in einem Kommentar mit mir teilst. Letze Woche verpasst? Klick hier: Der Umgang mit Lebensentscheidungen und Lebensanker

Zitat: 

Nichts schmerzt so sehr wie fehlgeschlagene Erwartungen, aber gewiß wird auch durch nichts ein zum Nachdenken fähiger Geist so lebhaft wie durch sie erweckt, die Natur der Dinge und seine eigene Handlungsweise zu erforschen, um die Quelle seiner irrigen Voraussetzungen zu entdecken und womöglich künftig richtiger zu ahnen.
Benjamin Franklin (1706 – 1790)

Songs:

Gloria – „Eigenes Berlin“, „Warten“, „Zu Vage“, „Endlich kombinieren“.

Schon das erste Mal als ich das Album von Gloria durchgehört habe, war ich fasziniert von Texten und Gefühlen, die die Songs rüberbringen. Irgendwie fühle ich mich mit jedem einzelnen Lied verbunden. Erinnert mich an eine harte Zeit im Leben und weckt heute, nach einigen Jahren, unglaubliche Dankbarkeit für das hier und jetzt.

Inspiration:

Make Good Art – Neil Gaiman

Und daraus vor allem folgende Sätze:

„So be wise, because the world needs more wisdom, and if you cannot be wise, pretend to be someone who is wise, and then just behave like they would.“

Erkenntnis – Erwartungen, was sie sind und wie wir besser damit umgehen

Als ich am Ende des Jahres vom „Silvester-Effekt“ hörte, musst ich noch schmunzeln. Der Silvester-Effekt besagt, dass viele Silvester-Partys deswegen gefühlt so katastrophal sind, weil wir erwarten eine tolle Party zu feiern. Ich denke jeder hat schon einmal eine solche Party erlebt.

Unsere Erwartungen an diesen einen Abend im Jahr sind so groß, dass wir unmöglich zufrieden sein können. Ganz egal, wie der Abend verläuft. Das Fazit wird immer sein: Wir sind früher oder später irgendwie enttäuscht.

Bei meiner letzten Silvester-Party hatte ich keine Erwartungen an den Abend, sondern reine Vorfreude und Neugier. Ich hätte die Sache mit dem Silvester-Effekt also einfach stehen lassen und mir über andere Lebensdinge den Kopf zerbrechen können, doch hat mir die Sache mit den Erwartungen keine Ruhe gelassen. Denn viel zu oft haben wir Erwartungen in unserem Leben und sind vielleicht gerade deswegen viel zu oft enttäuscht.

Filmtrailer schüren Erwartungen auf einen Film. Manchmal werden diese übertroffen, manchmal aber auch enttäuscht.

Manchmal erwarten wir von einem Abend mehr als er uns bringen kann. Doch am schlimmsten ist es, von sich selbst und von anderen Dinge zu erwarten, die wir oder sie unmöglich erfüllen können. Ganz egal, ob dies nun in der Geschäftswelt stattfindet oder im Privatleben.

Erwartungen machen uns das Leben meist schwerer als es sein muss. Gerade dann, wenn sie nicht ausgesprochen werden.

Doch was sind Erwartungen eigentlich? Und können wir sie loswerden, wenn es sein muss?

Was Erwartungen für mich sind:

Im Wort „Erwartung“ steckt vor allem das Wort „warten“ und schon alleine das ist eine sehr passive Sache. Das Wort „Er-Wartung“ macht das eh schon passive Warten nochmal um ein Stück passiver. Wir schieben ein „Er“ davor und schieben die Sache somit nochmal ein Stück weiter – immer weiter hinaus bis weit außerhalb unseres Wirkungskreises.

Eine Erwartung ist demnach etwas, was wir komplett aus unserer Hand geben und nur einen Teil davon in uns zurück behalten. Das vage Gefühl, wie etwas für uns sein sollte, damit es für uns gut ist.

Wir lehnen uns zurück und hoffen darauf, dass etwas gut für uns wird, dass etwas erledigt wird, anstatt selbst zur Tat zu schreiten und es einfach gut zu machen.

Sei es aus mangelndem Mut und der Angst nicht mit den Konsequenzen leben zu können oder sei es vielleicht sogar aus Nicht-Wissen, dass wir immer die Möglichkeit haben Dinge selbst anzupacken.

Das gemeine an Erwartungen ist, dass wir sie meistens an andere Menschen stellen ohne, dass diese Menschen davon wissen. Und natürlich auch umgekehrt werden an uns Erwartungen gestellt, von denen wir vielleicht gar nicht wissen, dass sie existieren.

Zu begreifen, dass Erwartungen eine ziemlich passive und teilweise unausgesprochene Sache sind, hat mir geholfen, sie besser einzuordnen.

Denn das zeigt mir, dass ich selbst dafür verantwortlich bin auszusprechen, was ich möchte, wo meine Grenzen sind und was mir gut tut.

Der größte Feind von Erwartungen ist Aktivität. 

Das gilt übrigens auch, wenn man feststellt, dass jemand Erwartungen an uns stellt. Denn spätestens nach dem Gespräch und der Klärung, worin diese liegen, haben wir die Möglichkeit uns Gedanken zu machen, ob wir diesen Erwartungen gerecht werden wollen oder können.

Und vielleicht enstehen so aus Erwartungen an andere Menschen oder an uns ganz andere neue Dinge und die Silvester-Party wird doch noch zum Highlight des Jahres.

Fragen:

Entsteht Verbundenheit durch Offenbarung des Inneren?

Wunsch-Leseliste:

Gespielt:

The Vanishing of Ethan Carter – für die Xbox – mehr dazu bei Wikipedia

Eigentlich wollte ich keine Spiele empfehlen, doch dieses hier hat mich am vergangenen Wochenende in seinen Bann gerissen. Die Bildgewaltigkeit der einzelnen Szenen, die Story, die vielen feinen Details, der ruhige Anklang des Spiels – Man fühlt sich, als würde man selbst durch die Landschaft und Wälder laufen. Einfach fantastisch, um einige Stunden abzutauchen, zu rätseln und sich in eine andere Welt zu begeben.

Das Spiel ist bereits 2014 für PC erschienen, jedoch erst jetzt für die Xbox veröffentlicht worden. Im Grunde genommen schlüpft man in die Rolle eines Detektivs, der das Verschwinden eines Jungen aufklären soll und dabei auf allerhand mysteriöse, fast schauerliche Begebenheiten stößt.

Für dieses Spiel sollte man sich unbedingt Zeit und Ruhe gönnen.

Gesehen:

Downsizing – Alexander Payne (mit Matt Damon, Christoph Waltz) – Link führt zu imdb.com

Gesehen und enttäuscht das Kino verlassen. Die Grundidee ist einfach und gut, doch was der Film daraus macht ist eine Katastrophe.

Die Idee: Aufgrund der zunehmenden Müllproblematik auf der Welt, entwickeln Forscher einen Prozess, um den Menschen zu schrumpfen.

Der Clou: Mit der schrumpfenden Körpergröße, schrumpfen nicht nur Platzverbrauch und Müllmenge, gleichzeitig wächst das eigene Vermögen.

Das Problem des Films: Es gibt keine Handlung, keine Spannungslinie, keine Konflikte, keine Entwicklung. Die Geschichte zieht sich zäh wie Kaugummi und wird mit fragwürdigen Slapstick-Witzen aufgelockert, die mehr peinlich sind als lustig. Als Zuschauer habe ich mich öfter gefragt: „Echt jetzt?“

Zurück bleibt ein flaches Drama, das im Trailer als Komödie angepriesen wird, mit unangebrachten Witzen und schlechter Story. Nur am Rande wird Gesellschaftskritik geübt. Von Wachrütteln keine Spur. Auch nicht von Komödie.

Alles in allem jedoch flach und uninteressant. Hier hätte man mit der eigentlich tollen Grundidee lieber eine klare Linie eingeschlagen, anstatt von allem ein Bisschen zu machen.

Einziger Lichtblick: Christoph Waltz, der perfekt in seine Rolle schlüpft.

Fazit: Schade.

Schönes Wort:

Goldrandlösung.

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